Ziele

Die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft setzt sich für die Verwirklichung der Grund- und Menschenrechte ein.

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Rechtsweg

Informationen zum Rechtsschutz und zu RechtsanwältInnen die unsere Kampagne gegen die Einrichtung von Gefahrengebieten unterstützen:

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Aktuelles

Rede von Christiane Schneider in der Aktuellen Stunde der Hamburgischen Bürgerschaft vom 1. Juli 2010:

Wir bedauern die Gewalteskalation, über die wir heute reden. Wir hoffen, dass der schwer verletzte Polizeibeamte auf dem Weg der Besserung ist und dass er keine bleibenden Schäden behält. Am letzten Sonnabend ist in Neuwiedenthal alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Wir werden den Tathergang hier nicht aufklären können. Das ist Aufgabe der Gerichte, die das hoffentlich unvoreingenommen und umfassend leisten werden.
Aber es ist Aufgabe der Politik, den immensen Schaden dieser Gewalteskalation - Schaden vor allem für den Stadtteil und seine Bewohnerinnen und Bewohner - zu begrenzen und die Bedingungen für ein respektvolles, friedliches Zusammenleben zu sichern.

Ich möchte hier in der Kürze der Zeit zwei Gesichtspunkte benennen:
Der erste Gesichtspunkt ist die Frage, wie es zu dieser Gewalteskalation hat kommen können.
Es gibt ein Video - ein Video, das nicht den gesamten Verlauf zeigt, weder Anlass und Beginn des Polizeieinsatzes noch die spätere Eskalation. Ein Video also, das nicht die ganze Wahrheit zeigt, aber einen Teil der Wahrheit. Und das über fünf Minuten lang, in denen von den Umstehenden keine Gewalt ausging.
Hier stellen sich zwei Fragen, auf die es bisher keine Antwort gibt:
Warum schlägt der eine der beiden Polizisten auf den benommen am Boden sitzenden Festgenommenen ein? Für uns erhebt sich unabweisbar der Verdacht eines rechtswidrigen Aktes von Polizeigewalt, von Körperverletzung im Amt.
Und: Warum provoziert der andere der beiden Polizisten die Umstehenden, die zunächst nichts anderes als Zeugen sind, die erregt sind, wütend, die aber friedlich sind und eher abwiegeln als aufwiegeln, warum versucht er sie aufzureizen mit dem Ruf „Komm her, du Feigling"?

Das Video vermittelt den Eindruck unbeherrschter, überforderter Polizeibeamter, die sich nicht und damit auch die Situation nicht kontrollieren konnten. Das entschuldigt den späteren Gewaltausbruch nicht. Aber er hat diese Vorgeschichte, und diese Vorgeschichte muss lücken- und vorurteilslos aufgeklärt werden. Und es müssen Konsequenzen daraus gezogen werden. Denn es ist eine Sache, wenn BürgerInnen ausrasten; sie haben in der Regel die Konsequenzen zu tragen. Eine andere Sache ist es, wenn Polizei ausrastet. Gerade weil sie Träger des staatlichen Gewaltmonopols ist, ist sie umso strikter zu rechtstreuem Handeln und zu Gewaltbegrenzung verpflichtet. Wenn sie versagt, bricht der Damm. Wenn das Video beim Dezernat interne Ermittlungen, wie man lesen kann, keinen Anfangsverdacht weckt, fordern wir Justizsenator Steffen auf, die Staatsanwaltschaft anzuweisen, hier zu ermitteln. Dass das polizeiliche Handeln aufgeklärt wird, und nicht nur die Gewalt auf der anderen Seite, ist eine Frage der Gerechtigkeit.
Der zweite Gesichtspunkt ist, wie wir, abgesehen von der strafrechtlichen Aufarbeitung, die weitere Eskalation verhindern und stattdessen zu einer Deeskalation der ganzen Situation kommen.

Unter diesem Gesichtspunkt ist unfassbar, welche Begrifflichkeiten in die öffentliche Debatte dringen. Der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Herr Lenders, spricht von „Unterschicht und Abschaum der Straße."

Abschaum, das ist das, was sich beim Kochen an der Oberfläche absetzt, was abgeschöpft und in den Abfluss geschüttet und weggespült wird. Diese Wortwahl zeugt von einer Verachtung der „Unterschicht", der Armen, der Benachteiligten, die unerträglich ist. Da werden Mitglieder der Gesellschaft zu etwas erklärt, das man wegsäubern muss. „Abschaum" hatte der damalige Innenminister Sarkozy die Bewohner der französischen banlieues genannt und damit die Brandfackel mitten in extrem problembeladene, abgehängte Stadtteile geworfen.
Herr Lenders ist Polizeibeamter und Gewerkschaftsvorsitzender mit Einfluss auf die Polizei, auf die Einstellungen von Polizeibeamten. Er schafft ein Feindbild, das polizeiliches Handeln in benachteiligten Stadtteilen wie Neuwiedenthal zu beeinflussen droht. Ein Feindbild, das sich dadurch verstärkt, dass Neuwiedenthal jetzt zum Gefahrengebiet - Kriegsgebiet, heißt es im Abendblatt - erklärt wurde, in dem die migrantischen Jugendlichen und jungen Männer zur Zielgruppe verdachtsunabhängiger Kontrollen werden. Die Verschärfung des Kontrolldrucks droht Aufschaukelungsprozesse in Gang zu setzen.

Ich fordere von der CDU und vom Innensenator, sich von der Entgleisung ihres CDU-Parteifreundes Lenders zu distanzieren!
Was wir, abgesehen von der strafrechtlichen Aufarbeitung, abgesehen von Sonderkommissionen und Ähnlichem brauchen, das ist der Dialog mit den BewohnerInnen von Neuwiedenthal und ähnlichen Stadtteilen. Ein Dialog über ihre Probleme, die Probleme der Jugend dort, über ihre Vorstellungen, was zu ändern ist, über Wege aus Perspektivlosigkeit und Abgehängt sein.

 

LINKE fordert Aufklärung über gewaltsamen Polizeiübergriff in St. Pauli und die Einrichtung eines unabhängigen Polizeibeauftragten in Hamburg

Anderthalb Jahre nach dem Übergriff eines Polizeibeamten auf einen Jugendlichen am 20.8.2008 während eines Stadtteilrundgangs in St. Pauli haben Polizei und Staatsanwaltschaft den Namen des prügelnden Polizeibeamten nicht ermittelt. Das erklärt der CDU-GAL-Senat in seiner Antwort auf die Kleinen Anfrage von Christiane Schneider, innenpolitischen Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. 

Obwohl der Polizeiübergriff auf einem Video im Detail dokumentiert ist, hat es ein dreiviertel Jahr gedauert, bis die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen einen der vier beteiligten Polizeibeamten wegen des „Verdachts der versuchten Körperverletzung im Amt“ eingeleitet hat. Nach einem weiteren dreiviertel Jahr Ermittlungsarbeit hat die Dezernat Interne Ermittlungen der Polizei (DIE) nicht einmal die Personalien des beschuldigten Polizeibeamten herausgefunden, obwohl die Gesichter der beteiligten Polizeibeamten auf dem Video deutlich zu erkennen sind.

Der Videofilm dokumentiert, dass drei Polizeibeamte eine Person auf dem Boden festhalten, während ein vierter Polizeibeamter um die Personengruppe herum geht, sich nieder kniet und mit seiner Faust zweimal gezielt gegen den Oberkörper des Jugendlichen schlägt, der seitlich auf dem Bauch liegt. Dabei fixiert ein Polizeibeamter die Füße des Jugendlichen, während ein zweiter Polizeibeamter am Kopfende sitzt; der dritte Polizeibeamte zieht den Arm des Jugendlichen so in die Höhe, dass der vierte Polizeibeamte gezielt in die Magengegend des Jugendlichen schlagen kann.

Christiane Schneider, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:

„Es ist ein handfester Skandal, dass Polizei und Staatsanwaltschaft die offensichtlich rechtswidrige Polizeigewalt gegenüber einem Jugendlichen bisher nicht zur Anklage gebracht haben. DIE LINKE fordert jetzt sofortige Aufklärung, warum die Namen der beteiligten Polizeibeamten nicht ermittelt wurden und ob es eine Mauer des Schweigens bei der Polizei gibt.

Seit Jahren stellen sowohl das Dezernat Interne Ermittlungen der Polizei als auch die Abteilung 73 der Staatsanwaltschaft fast alle Strafverfahren gegen Polizeibeamte ein.

Die Staatsanwaltschaft hat seit 2003 jährlich zwischen 543 und 366 Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte wegen Körperverletzung im Amt geführt. Insgesamt wurde von Januar 2003 bis Juli 2008 gegen 2.461 beschuldigte Polizeibeamte ermittelt. Von diesen 2.461 Beschuldigten wurde von 2003 bis 2005 nur gegen 17 Polizeibeamte Anklage erhoben. In den Jahren 2006 bis Juli 2008 wurde von der Staatsanwaltschaft keine einzige Anklage erhoben.

Die signifikanten Zahlen verdeutlichen, dass sowohl die Dienststelle Interne Ermittlungen als auch die Abteilung 73 der Staatsanwaltschaft Körperverletzungsdelikte von Polizeibeamten als Kavaliersdelikte auffassen. Aufgeklärt werden muss jetzt auch die Frage, warum das DIE und die Staatsanwaltschaft nicht gegen die drei anderen Polizeibeamten ermittelt hat, die sich sowohl wegen Mittäterschaft bei der Körperverletzung als auch wegen Strafvereitelung im Amt strafbar gemacht haben.

DIE LINKE fordert deshalb gemeinsam mit Bürgerrechtsorganisationen die individuelle Kennzeichnungspflicht von Polizeibeamten und die Einrichtung eines unabhängigen Polizeibeauftragten, damit polizeiliches Handeln individuell zurechenbar wird und der Corpsgeist innerhalb der Polizei durchbrochen werden kann. 

Kampagne für die Grundrechte erfolgreich!

Verdachtsunabhängige Kontrollen im Gefahrengebiet Bergedorf aufgehoben!

Eine Kleine Anfrage von Christiane Schneider, innenpolitischen Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, hat den aktuellen Überwachungsskandal aufgedeckt: in Hamburg gibt es 397 illegale Videokameras in und an staatlichen Gebäuden, durch die ohne jede Rechtsgrundlage Menschen beobachtet und überwacht werden! (BüDrs. 19/3945)

Die Fraktion DIE LINKE hat eine Große Anfrage zum Thema "Grundrechtswirklichkeit in Hamburg: Generalverdacht in Gefahrengebieten, verdachtsunabhängige Kontrollen im Hafen sowie Vertreibung von Jugendlichen und Obdachlosen in der Innenstadt" an den Senat gerichtet. Die Antworten des CDU-GAL-Senats dokumentieren die massiven Eingriffe der Polizei in die Grund- und Freiheitsrechte der Menschen.

Wir haben einen Channel bei Youtube eingerichtet, auf dem man die aktuellen Videos zur Kampagne unter www.youtube.com/user/grundrechtekampagne ansehen kann. Das erste Video ist vom Aktionstheater nach der Pressekonferenz am 27.4.2009 in der Schanze, das Bastian Schicha für uns gedreht hat.

Einladung zur Diskussionsveranstaltung mit

Einladung zur Diskussionsveranstaltung

Dirk Audörsch, Rechtsanwalt
Stephan Jersch
, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE in der Bezirksversammlung Bergedorf
Christiane Schneider
, Innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft

am

Mittwoch, den 6.5.2009
Beginn 19.00 Uhr, Restaurant "Am Pool", Am Pool 41, Ecke Vierlandenstr., 21029 Hamburg


Wir laden Sie herzlich zu unserer Pressekonferenz

"Kampagne für die Grundrechte: gegen verdachtsunabhängige Kontrollen in Gefahrengebieten!"

am Montag, den 27.04.2009, um 11.00 Uhr, im "Fritz Bauch", www.fritzbauch.de, Bartelsstr.6, 20359 Hamburg, ein.

Christiane Schneider, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, wird die "Kampagne für die Grundrechte" vorstellen, die sich gegen die verdachtsunabhängigen Kontrollen in den derzeit acht Gefahrengebieten in Hamburg richtet.

Die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft setzt sich für die Verwirklichung der Grund- und Menschenrechte ein. Die Grundrechte-Redaktion arbeitet zu aktuellen Themen aus den Bereichen Bürgerrechte und Demokratie, Polizei und Verfassungsschutz, Gefängnis und Justiz.

Informationen zum Rechtsschutz und zu RechtsanwältInnen die unsere Kampagne gegen die Einrichtung von Gefahrengebieten unterstützen: